Ein Hochtourenrucksack dem weder Eis noch Fels etwas anhaben können.
VORTEILE
- Tragekomfort
- wasserdicht
- Befestigungsmöglichkeiten außen
- schmal geschnitten
- robustes Außenmaterial
NACHTEILE
- Kopffreiheit
- Trinksystem
- Reißverschluss-Richtung des Kopfteils
- Hüftflossen scheuern Rücken-Schaumstoff auf
BEWERTUNG
Mit Ortlieb assoziiert man vor allem eines: Wasserdichte Taschen.
Mit dem Elevation Pro hat Ortlieb ihre Erfahrung auf diesem Gebiet auf alpines Terrain geführt – mit durchaus ansehnlichem Erfolg.

Der Rucksack punktet vor allem mit seiner Robustheit: wasserdicht, abriebfest und gut gepolstert - und das mit unter 1,5 kg. Damit ist der Rucksack ganz klar auf Hochtouren ausgelegt. Schnee, Eis und Fels sollen ihm nichts anhaben können und das ist Ortlieb gelungen.

Sowohl Hauptfach als auch Kopftasche sind wasserdicht. Das Hauptfach wird eingerollt und der Kopfteil wird mit einem Gurtband darüber festgezurrt. Durch den elastischen Rand des Kopfteils und die ausgefeilten Haken der Kompressionsgurte funktioniert das Einwandfrei. Auch Rundherum finden sich Daisychains, Zurrgurte und Gummizüge für alle üblichen und möglichen Arten Equipment zu befestigen. Sehr nett sind auch die Gurtplatten, die auf die Gurte aufgeschlauft werden und für mehr Auflagefläche sorgen.


Das Tragesystem ist sehr komfortabel. Bei 42 Litern Volumen kommt schon mal einiges an Gewicht zusammen. Daher sind die Schulterriemen und Hüftflossen recht luxuriös gepolstert. Die Hüftflossen besitzen außerdem je eine Materialschlaufe und kleine Reißverschluss-Taschen die aus elastischem Material gefertigt sind. Das hat sich als sehr hilfreich erwiesen, da auch kleine Gegenstände selten so richtig gut in diese kleinen Täschchen passen.
Wem das zu viel Komfort/Gewicht ist, kann die Hüftflossen auch abmontieren. Dafür sorgt ein eigenwilliges aber vertrauenswürdig wirkendes Klick-System. Durch die Polsterung und das Klick-System sind die Ränder der Hüftflossen allerdings recht steif und haben bereits innerhalb der kurzen Test-Zeit die Rückenplatte leicht aufgerieben.



Was sich als recht nervig herausgestellt hat ist das Kopfteil. Einerseits ist der Rucksack so hoch, dass man, wenn man den Kopf mit Helm in den Nacken legt um nach oben zu sehen, schnell am Rucksack ansteht. Außerdem hat Ortlieb den Reißverschluss vorne, also nicht Richtung Genick, angesetzt. Besonders wenn der Rucksack nicht völlig befüllt ist und der Kopfteil tiefer hängt ist es dadurch schwierig das Fach zu durchsuchen ohne den gesamten Inhalt unabsichtlich auszustreuen. Ist der Reißverschluss allerdings, bis in eine Gummi-Fassung hinein, zur Gänze verschlossen, ist das Kopf-Fach sogar wasserdichter als das Hauptfach selbst.

Im Hauptfach befindet sich eine Platte mit einigen kleinen Fächern, einer Trinksystem-Halterung und einem Schlüssel-Karabiner (vermutlich damit er beim öffnen des Kopfteils nicht verloren geht). Außerdem eine Lasche, die ein Loch abdichtet, durch das der Trinkschlauch geführt werden kann. Durch die Gummierung sollte der Innenraum dann trotzdem dicht bleiben. Ich habe den Trinkschlauch allerdings nicht durch gebracht.


Um es kurz zu machen:
Dem Rucksack kann so schnell nichts anhaben. Viele Kleinigkeiten sind unstimmig, aber nur bedingt störend. Wirklich gut sind, neben der Robustheit, der Tragekomfort und die Befestigungsmöglichkeiten. Der vielleicht größte Grund sich den Rucksack dennoch nicht zuzulegen ist der doch recht große Preis.









